Langsam ist die Nacht
Langsam ist die Nacht,
Schön ist sie und dunkel.
Dämmerung ist weit und schwach,
Riesig blüht ein Flüstern,
Taub sich Nebel senkt,
deckt sie zu, die Küsse,
Abendlich verschenkt.
Himmlisch sind sie beide -
Nacht im Abendkleide.
Fern am Horizont erglimmt
Leise liebes Licht.
Morgen sich verspricht,
Wo man Liebe trinkt.
Sind die Berge noch so hoch,
Sonne steigt stets höher.
Heller, heller, Vogelflug
Kündet an die Schönheit.
Tag ist da, wie Wolken
Fliegt der Traum der Nacht,
Freudestrahlend schafft
Er klare Sicht fern über's Land.
Farbenfreudig grüßt danach
Glockenton des späten Tags.
Trauer legt sich kurz zu uns,
Denken reitet for im Schutz
Des schwarzen Schleiers Dunkelheit.
Und es stimmt zusammen:
Himmlisch sind auch sie -
Tag im Licht der Liebe,
Nacht wie eh und je.
Berlin Prenzlauer Berg, 1994