Hoffnung

In steter Ewartung und Hoffnung
Auf eine helfende Hand, die, wenn geboten,
In grober Gebärde weite von sich gewiesen wird,
Fällst du hinab, immer tiefer, und
Fliehst vor der Sonne ins Dunkel,
den Schatten deiner Eltern.

Dort warten die alten Gespenster
Zwischen den grauen Bäumen auf deine Augen,
Die unermüdlich begehren,
Was jenen seit dem Beginn schon bekannt,
Denn sie selbst sind es, ist.

Dort unten liegt Kälte als samtener Teppich gebreitet
Und dämpft deine Schritte, die irrend das alte Verlies
Deiner Ängste durchmessen und nach einem Stein,
Der sie anhören möchte, verlangen.

Wo ist die Grenze, wo ist die lindernde Wand,
Wo ist der Abgrund, wo ist des Säulengangs Ende?
Frage um Frage, und alle auf einmal gestellt -
Erhalten als einzige Antwort ihr Echo,
Das dich verzweifelt noch eiliger laufen läßt.

Dann ist es da.

Und enttäuscht über jenes nüchterne Licht,
Das die Träume von dir wie entwurzelte Bäume
Am Boden verstreut liegen lässt,
Wendest ab du dich,
Obwohl an dir inzwischen alles gleißt
Und du kein Dunkel mehr erkennst.


An Juri in Montespertoli
Antico Borgo, Italien, 1997