Granit

Granit blüht auf
Wie die Nelke im mailichten Garten.
Sandkörner brechen das Licht
Des Gesteins zu dem Auge, das tränenleer bleibt.
Alter Stein kann noch Zeitalter warten,
Bis unendliche Ruhe Bewegung auflöst
Und den Kreis wieder schließt auf daß
Altes vergehen und dann Neues entstehen möge.
Also blüht dieser Stein wie er knospte,
Wie er welk wird und schließlich zerfällt,
So harmonisch als wär er lebendig,
Was er leugnet, doch eigentlich ist.


Prenzlauer Berg, 1994