Steine und Hüte
Steine. Steine und Hüte. Sie haben etwas gemeinsam. Sie werden uralt. Hüte wie Steine. Sie werden verändert. Steine vom Wind, vom Wasser, Hüte vom Wind, vom Wasser und von den Leuten, die sie tragen. Steine gibt es wie Sand am Meer, Hüte dagegen weniger, besonders alte Hüte gibt es sogar nur sehr selten. Steine gehören niemandem, höchstens dem Boden, auf dem sie liegen. Hüte haben immer einen Besitzer. Vielleicht auch zwei. Aber nie mehr als zwei (oder vielleicht doch?).
Ich kann einen Stein aufheben und ihn behalten, aber er wird niemals mir gehören. Es wird ihn noch geben, wenn ich schon längst tot bin. Auch Hüte wird es noch geben, wenn ich schon tot bin. Auch dann wird es noch uralte Hüte geben.
Und ich wollte es niemals glauben, daß Steine wie Hüte sind.
Berlin Hohenschönhausen, 1993